4Pol-Technologie

Bei klassischen Netzteilkondensatoren laufen Ladeweg (vom Gleichrichter in den Kondensator) und Lastweg (vom Kondensator zur Verstärkerstufe) über weite Strecken durch denselben inneren Strompfad. Dadurch wirken die unvermeidbaren parasitären Anteile – ESR (Ersatz-Serienwiderstand) und ESL (Eigeninduktivität) – nicht nur „im Kondensator“, sondern prägen auch direkt die Versorgung an der Ausgangsstufe. Besonders bei Impulsströmen und Ripple-Anteilen entstehen so gemeinsame Spannungsabfälle und Modulationen.

Die Mundorf 4Pol-Technologie löst dieses Problem konstruktiv: Eingang und Ausgang werden als getrennte Anschlusspaare geführt. Lade-/Rippleströme werden über den Eingang geführt, die Endstufe wird über den Ausgang versorgt. So teilen sich Lade- und Laststrompfad deutlich weniger gemeinsame Impedanz.

Elektrotechnische Eigenschaften

Reduzierte gemeinsame Impedanz im Lastpfad

Lade- und Laststrom teilen sich weniger Innenwiderstand und Inneninduktivität. Dadurch werden Spannungsabfälle im kritischen Lastpfad reduziert.

Günstigeres Verhalten bei Impulsströmen

Lastimpulse prägen sich weniger in den Ladeweg zurück, und Gleichrichterimpulse/Rippleströme koppeln weniger in die Versorgung der Ausgangsstufe ein.

Wirksamere Nutzung der Kapazität im realen System

Die Kapazität „arbeitet“ näher an der Verstärkerstufe, weil der Strompfad im Kondensator definierter geführt wird.

Makro-Mikrofonie

Makro-Mikrofonie verstehen wir als signifikante Modulationen der Versorgung durch mechanische Bewegung bzw. durch stark wechselnde Lastkräfte. Eine stabilere Strompfadführung reduziert die Neigung, dass Lastimpulse als spürbare Versorgungsmodulation („Pumpen“) sichtbar werden. Die 4Pol-Technologie trägt so zur Stabilität unter dynamischer Belastung bei – ergänzend zu mechanischen Maßnahmen wie Fixierung und Wickelstabilisierung.

Mikro-Mikrofonie

Mikro-mikrofonische Effekte zeigen sich als feinste Modulationen im Strompfad. Durch die Trennung von Ein- und Ausgang sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Lade-/Rippleströme feine Modulationsanteile in den Versorgungszweig der Verstärkerstufe einprägen. Das unterstützt eine ruhige, saubere Versorgung auch bei komplexen Signalverläufen.

Klangcharakter

In der Wiedergabe äußert sich die 4Pol-Technologie als Souveränität: mehr Kontrolle bei Dynamik, stabilere Impulse, ein ruhigerer Gesamteindruck und eine präzisere Abbildung. Gerade bei Pegelspitzen und komplexer Musik bleibt das Klangbild stabil, weil die Versorgung weniger zu Einbrüchen oder Modulationen neigt.

Typische Einsatzzwecke

  • Endstufen-Netzteile (Klasse A/AB/D), bei denen Impulsströme und Lastsprünge hoch sind
  • Netzteilbänke in Aktivsystemen und signalverarbeitenden Geräten mit hoher Dynamikanforderung
  • Anwendungen, in denen „Energie an der Stufe“ entscheidend ist: schnelle Transienten, kontrollierter Bass, ruhiger Hintergrund
  • Upgrades/Service, wenn eine hörbare Verbesserung der Netzteilstabilität gewünscht ist