Hochtöner

Hochtöner

Der Air Motion Transformer geht auf den Physiker Oskar Heil zurück. Seine Idee war ebenso einfach wie genial: Nicht eine starre Kalotte soll Luft wie ein Kolben vor sich herschieben, sondern eine gefaltete Membran bewegt die Luft wie ein Blasebalg. Durch das Falten wird es möglich, auf kleinem Raum eine große wirksame Membranfläche unterzubringen. Daraus erklärt sich auch der Name Air Motion Transformer: Die Schallaustrittsfläche mit den gewünschten Abmessungen wird mit einer größeren wirksamen Membranfläche kombiniert.

Weil genug Membranfläche zur Verfügung steht, muss die Membran insgesamt nur gering auslenken – deutlich weniger als bei klassischen Kalottenhochtönern. Das bedeutet: weniger nichtlineare Effekte, weniger mechanischer Stress – und damit die Grundlage für Impulsgenauigkeit und sehr geringe Verzerrungen. Entscheidend ist dabei nicht nur das Prinzip, sondern ebenso das Membranmaterial: In Verbindung mit hoher innerer Dämpfung bleibt die Wiedergabe ruhig, sauber und präzise – ohne Härte, ohne Schärfe, ohne Ermüdung.

Eine naheliegende und doch extrem ambitionierte Idee: Im professionellen Bereich wurde in den 2000er Jahren das Line Array zum dominierenden Standard, ein Konzept, das aber einen Linienstrahler auch im Hochtonweg benötigt. Naheliegend ist in diesem Zusammenhang der folgende Gedanke: Der AMT ist prinzipbedingt die ideale Linienquelle. Kein Umweg von einer punkt- oder ringförmigen Schallquelle zur Linienquelle. Keine komplexe, nur näherungsweise funktionierende Schallführung durch einen Waveguide!

Vorteile unserer AMT

  • Ein ausgesprochen gutmütiges elektrisches und akustisches Verhalten: Der sehr flache Impedanzverlauf und der nur gering ausgeprägte Impedanzanstieg im Bereich der Eigenresonanz der Membran erleichtern die Einbindung in passive wie aktive Frequenzweichen erheblich.
  • Der vorbildliche Verlauf von elektrischer und akustischer Phase. Beides zusammen macht die Abstimmung nicht nur einfacher, sondern auch sicherer. Diese Stabilität bei Impedanz und Phase wirkt sich direkt auf die Wiedergabe aus. Vor allem im Vergleich zu Druckkammer-Treibern gilt: Wo Impedanzsprünge und unruhige Phasenlagen oft zu zeitlichen Unschärfen führen, bildet ein AMT mit gutem Phasenverhalten den zeitlichen Verlauf des Signals besonders präzise ab. Das ist eine Grundlage für Räumlichkeit, Ortungsschärfe, Bühnenstaffelung und feine Textur im Obertonspektrum.
  • Eine Besonderheit unserer AMT ist außerdem, dass sie – anders als bei anderen Hochtönerprinzipien üblich – bis nahe an die Resonanzfrequenz heran betrieben werden können. Die verbreitete Faustregel „Einsatzfrequenz = doppelte Resonanzfrequenz“ gilt hier ausdrücklich nicht. Das eröffnet in passiven wie aktiven Konzepten zusätzliche Freiheitsgrade: Übergänge lassen sich tiefer, eleganter und mit hoher klanglicher Homogenität auslegen – ohne die typischen Nebenwirkungen, die man von anderen Prinzipien im Resonanzumfeld kennt.

Zurück zur Herausforderung: Es waren die Extrembedingungen im angestrebten professionellen Einsatz: Das Membranmaterial, die Geometrie und der Magnetantrieb mussten so weiterentwickelt werden, dass sie der sehr hohen Belastungen der professionellen Beschallung dauerhaft standhalten und dabei im Einsatz nicht verzerren oder komprimieren.

Hier liegt das Einzigartige am Mundorf AMT: unsere im eigenen Haus entwickelte und produzierte Membrantechnologie, konsequent ausgelegt auf Haltbarkeit, geringste Verzerrungen auch bei hohen Pegeln und auf eine Wiedergabe, die gleichzeitig impulspräzise und praktisch dreidimensional detailreich bleibt.

Ein weitere wichtiger Punkt ist der Magnetantrieb: Die extrem stabile, bedämpfte Membran bringt konstruktionsbedingt ein im Vergleich zu anderen AMT höhere bewegte Masse mit sich. Um diese Membran präzise zu führen, setzen wir in unseren AMT besonders starke Magnetantriebe ein – in der Regel Neodym N50 (N50 ist eine Spezifikation für das Magnetmaterial und die Stärke der Magnetisierung). Das sorgt nicht nur für eine hohe Empfindlichkeit (Schalldruck bei 1 W / 1 m), sondern vor allem für eine sehr straffe Kontrolle der Membranbewegung. Dadurch sinken Verzerrungen nochmals, und die Wiedergabe bleibt auch bei hohen Pegeln sauber und stabil.

Ein Meilenstein – und für uns ein echter Ritterschlag – war 2012 die Installation unserer AMTs im Umfeld der Royal Albert Hall in London. Toningenieurinnen und Toningenieure, die dort mit unterschiedlichsten Systemen gearbeitet haben, beschrieben sinngemäß genau das, was wir als Entwicklungsziel gesetzt hatten: außergewöhnliche Sprachverständlichkeit, Natürlichkeit und Klarheit, gleichmäßige Abdeckung und große Reserven – sowie eine Transparenz, die man selbst in einem so anspruchsvollen Raum nicht für möglich hält.

„Nachdem ich nahezu jede denkbare Kombination von Lautsprecherherstellern gehört habe, die in diesem Haus von den Besten der PA-Welt installiert wurde, kann ich bestätigen: Auch wenn dieses System in seiner Größe täuschen mag, liefert es in Bezug auf Sprachverständlichkeit und Klarheit, Gleichmäßigkeit der Abdeckung und Pegelreserven deutlich mehr als jedes andere System.“
Stephen Hughes
Projektingenieur von Sound By Design für alle Royal-Albert-Hall-Konzerte des Unternehmens
„Ich kann ohne jeden Zweifel sagen, dass HALO Compact ganz einfach das bestklingende System ist, an dem ich je gemischt habe. Die Transparenz, Linearität und die Pegelreserven, die EM Acoustics mit diesem Produkt erreicht hat, sind schlicht beeindruckend.… Mit diesen neuen Treibern haben sie den Nagel auf den Kopf getroffen … das Ergebnis ist bei weitem die gleichmäßigste Systemabdeckung, die wir je in der Royal Albert Hall erreicht haben“
Phil Wright
einer der bekanntesten Toningenieure, arbeitete in der Royal Albert Hall mit unserem AMT 197F1

Aus der Praxis

Diese Stimmen aus der Praxis sind für uns deshalb so wertvoll, weil sie zeigen: Der AMT kann nicht nur „audiophil“ – er kann Bühne auf einem ganz neuen, einzigartigen Niveau.

Heute, fast 20 Jahre nach der Markteinführung unserer proAMT, ist damit zweierlei belegt: Erstens ermöglicht der Mundorf AMT im professionellen Einsatz eine außergewöhnlich natürliche Musikwiedergabe bei hoher Belastung. Zweitens konnten wir durch den langjährigen Feldeinsatz die frühen Bedenken gegenüber der Haltbarkeit dieser damals neuen Technologie ausräumen: Wir blicken wir auf eine außergewöhnlich robuste Bilanz mit hoher, im Branchenvergleich überdurchschnittlicher Langlebigkeit und nahezu keinen Ausfällen über die gesamte Einsatzgeschichte zurück. Das ist kein Zufall, sondern Ergebnis der konsequenten Material- und Konstruktionsarbeit.

Aus dieser „Formel-1“-DNA – entwickelt unter maximalen Anforderungen der professionellen Beschallung – sind die weiteren Serien entstanden: kompakte, universelle Bauformen für Heim und Studio, spezialisierte Lösungen für Dipolkonzepte sowie Varianten für gerichtete Abstrahlung, Zeilenanordnungen und Punktquellen.

Wir sind dort gestartet, wo die Anforderungen am härtesten sind – und genau daraus kommt die Qualität, die heute in jedem Anwendungsbereich hörbar wird.

Mit dieser Entwicklungsarbeit, die in den 2000er Jahren begann und mit unseren proAMT-Lösungen sichtbar wurde, haben wir dem AMT nach unserer Überzeugung eine echte Renaissance eröffnet. Heute finden sich zahlreiche AMT-Varianten am Markt, darunter viele Konstruktionen, die sich an Mundorf AMT orientieren. Der entscheidende Unterschied ist schwer zu sehen und leicht zu hören. Er liegt in der Membrantechnologie und in einem Membranmaterial, das für Hochleistungs- und professionelle Anwendungen ausgelegt ist und auch bei hohen Pegeln verzerrungsarm und stabil arbeitet.